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  Porphyre aus Dalarna:
   
Die hier folgenden 25 Beschreibungen enthalten in knapper Form Angaben zum sichtbaren Mineralbestand sowie zum Gefüge.
(Anmerkungen dazu am Ende)
Alle Steine sind naß fotografiert worden. Sie alle sind Nahgeschiebe aus Dalarna und stammen aus der Kiesgrube "Hellkvist Grus".

  

Druckansicht
  Porphyr aus Dalarna - Typ Ignimbrit aus Aelvdalen
     
Nr. 1:
Ignimbrit mit reichlich hellbraunen Flammen. Zwei Sorten Feldspäte: hellbraune und fast weiße. Kein Quarz. Dieser Typ gehört zur Gruppe der "Ävdalen-Porphyre" mit dunkler Grundmasse und hellen Flammen. Sie kommen bei Älvdalen und an anderen Stellen nordwestlich und nördlich vom Siljansee vor.

 
  roter Porphyr
     
Nr. 2:
Rotbrauner Porphyr mit wenigen Einsprenglingen.
Zwei Feldspäte: Der hell fleischfarbene ist vermutlich der Alkalifeldspat. Die gelbgrauen Einsprenglinge mit den dunklen Kernen werden dann die Plagioklase sein. Kein Quarz.
Die Grundmasse ist schlierig.
Das kann ein Ignimbrit sein, muß aber nicht. Die Inhomogenitäten in der Grundmasse (nur in der Vergrößerung zu sehen) können auch auf Fließbewegungen im Magma zurückzuführen sein.
Einzelne dunkle Minerale, makroskopisch nicht bestimmbar.
Das Gestein ähnelt auf den ersten Blick dem Bredvad-Porphyr, der in Dalarna in großer Ausdehnung vorkommt. Im Unterschied zum typischen Bredvad sind hier aber die Alkalifeldspäte deutlich heller als die Grundmasse. Auch sind die Schlieren in der Grundmasse nicht typisch für Bredvad-Porphyre.

 
  brauner Porphyr, ähnelt dem Grönklitt-Porphyr
   
Nr. 3:
Dunkelbraune, dichte Grundmasse mit zwei Sorten Feldspäten: rötlich fleischfarben die Alkalifeldspäte, blaßweißlich die Plagioklase. Viele kleine Flecken von dunklem Mineral. Kein Quarz.
Wenige, aber gut zu erkennende Ignimbritstreifen. Das ist kein Grönklitt, denn dieser hat überwiegend nur eine Sorte Feldspäte (Plagioklase).

 
  Ignimbrit aus Schweden
   
Nr. 4:
Ignimbrit. Die für Ignimbrite charakteristischen Flammen, also ehemalige Bimsfladen, die im noch weichen Zustand flachgedrückt wurden, sind nur in der Vergrößerung gut zu erkennen.
Es ist wichtig, genau darauf zu achten, ob sich diese Schlieren um die Kristalle / Fragmente herum legen oder ob es sich um Deformationsstreifen handelt. Wenn Deformation vermutet werden muß, ist das Gestein kein Ignimbrit. Die Gefüge von kleinkörnigen Augengneisen werden gern mit Ignimbriten verwechselt. In diesem Stück hier ist zusätzlich oben links ein sehr unauffälliges, gerundetes Porphyrstück eingelagert. Damit ist die Bezeichnung "Ignimbrit" zusätzlich abgesichert, denn Fragmente von mitgerissenem Gestein sind für Ignimbrite typisch.

 
  Porphyr mit Feldspäten
    
Nr. 5:
Einsprenglingsreicher Porphyr aus Dalarna. Typischer geht's nicht.
Das Gestein enthält zwei Feldspäte. Die Alkalifeldspäte sind hell fleischfarben und zum Teil rissig.
Die Plagioklas sind deutlich grünstichig, teilweise grau. Auffallend viele von ihnen sind perfekt idiomorph, d.h. sie zeigen rechteckige Umrisse. Der grüne Farbton ist auf Alteration (Umwandlung in der Abkühlungsphase des Gesteins unter Wasseranwesenheit) zurückzuführen. Insbesondere der Ca-reiche Plagioklas (= Anorthit) ist alterationsempfindlich. Vergrünte Feldspäte sind praktisch immer Plagioklase.
Vereinzelt sehr kleine Quarze. Die Grundmasse ist sehr feinkörnig, aber nicht dicht.
Ein enger Verwandter befindet sich hier weiter unten: Nr. 16.

 
  Porphyr
    
Nr. 6:
Quarzfreier Porphyr mit dunkelbraungrauer Grundmasse und zwei Sorten Feldspäten. Auch hier wieder vergrünte Plagioklase, dazu hellere Alkalifeldspäte. In diesem Porphyr sind beide Feldspäte teils idiomorph, teils zerbrochen.
Viele kleine, unscharf begrenzte Flecken dunkler Minerale, bei denen es sich um Chlorit oder Hornblende handeln dürfte. Das ist aber nur im Dünnschliff genauer erkennbar .

 
  Porphyr ohne Quarz
    
Nr. 7:
Dieser Porphyr hat eine rotbraune, feinkörnige Grundmasse und enthält keinen Quarz.
Die Feldspäte sind nicht ganz einfach zu bestimmen. Entweder sind die hellen Kristalle Alkalifeldspäte, die teilweise die vergrünten Plagioklase umwachsen haben oder das Gestein enthält überwiegend nur Plagioklas, der dann stark vergrünte, anorthitreiche Zonen aufweist, die sich nach der Alteration deutlich abheben. Makroskopisch ist das nicht zu entscheiden. Trotzdem sieht auch dieser Porphyr ganz typisch nach Dalarna aus. Der grüne Streifen unten rechts ist ein mit Epidot gefüllter Riß. Das Gestein enthält keine sichtbaren Hinweise auf eine ignimbritische Entstehung.

 
  Dolerit, porhyrisches Gefüge
    
Nr. 8 ist kein Porphyr.
Zwar haben wir ein porphyrisches Gefüge vor uns, aber dieser Stein ist ein Dolerit (= Diabas), gehört also zur Gruppe der Basalte.
Der Grünton betrifft hier die Grundmasse ebenso wie die kleinen Einsprenglinge und ist wiederum auf die Alteration des Plagioklas' zurückzuführen. Vergrünte Dolerite / Basalte werden auch ganz allgemein als "Grünstein" bezeichnet.
In diesem Gestein ist Plagioklas der einzige Feldspat. Der Rest besteht aus dunklen Mineralen. Im Streckeisendiagramm liegt dieses Gestein im Feld 10, während alle anderen auf dieser Seite gezeigten Geschiebe aus dem Feld 3 (Rhyolithe/Granite) stammen. 
In der Vergrößerung kann man deutlich sehen, daß die Plagioklase schlanke Tafeln sind. Einige liegen an der Oberfläche quer und wirken deshalb flächig.

 
  Geschiebe aus Dalarna
   
Nr. 9:
Schönes, für die Porphyre aus Dalarna typisches Gefüge: Zwei Feldspäte, dichte Grundmasse, wenig dunkle Minerale, kein Quarz.
Dieser Porphyr dürfte wiederum ein Ignimbrit sein. Dafür sprechen die Schlieren (Flammen) am oberen Rand. Die linke ist dunkelbraun, die rechte deutlich heller.
Die rötlich-fleischfarbenen Feldspäte dürften die Alkalifeldspäte sein, die gelblichen die Plagioklase. Letztere wirken frisch und kaum alteriert, da keine Grünfärbung erkennbar ist. Bei beiden Feldspäten gibt es idiomorphe Kristalle ebenso wie zerbrochene.

 
  Porphyr from Dalarne
    
Nr. 10:
Ausgesprochen viele Einsprenglinge in dichter Grundmasse, kein Quarz. Viele kleine Butzen dunkler Minerale, die fleckig grün aussehen.
Für die Entscheidung, wie viele Feldspäte es hier gibt, muß man genau hinschauen.  Es gibt eine Vielzahl kleiner, grünlich verfärbter und meist unregelmäßig geformter Einsprenglinge. Dazu weiße bis hellgraue Kristalle, die etwas größer sind, aber mengenmäßig zurücktreten.
Die Grünfärbung der kleineren Einsprenglinge ist ein starker Hinweis auf Alteration. Sehr wahrscheinlich sind sie die Plagioklase, den diese sind alterationsempfindlich. Die helleren und etwas größeren Einsprenglinge sind dann vermutlich die Alkalifeldspäte. An einigen Stellen sieht man in diesen hellgrauen Kristallen auch weiße Flecken und kurze Streifen - das wären dann die perthitische Entmischungen, die es nur im Alkalifeldspat gibt.
Das sind zwar nur Indizien, die aber zum durchschnittlichen Mineralbestand von Porphyren passen. Für eine genauere Bestimmung müßte man einen Dünnschliff machen, was aber in diesem Fall etwas viel Aufwand wäre.

 
  dunkelbrauner Porphyr
      
Nr. 11:
Dieses Geröll gleicht auf den ersten Blick der Nummer 10. Schaut man genauer hin, zeigen sich einige Unterschiede. Im Gegensatz zu Nr. 10 haben wir hier zwei farblich gut abgesetzte Gruppen von Feldspäten: Grüngraue Kristalle einerseits und tendenziell etwas größere, die weißlich-rötlich bis hellbraun erscheinen. Wie in allen anderen Beispielen hier werden die rötlichen sehr wahrscheinlich die Alkalifeldspäte und die grünlichgrauen die Plagioklase sein.
Der Anteil der dunklen Minerale ist deutlich geringer als im Beispiel darüber. Das gilt ebenso für die Packungsdichte der Einsprenglinge. Die Grundmasse ist braun und dicht (= keine Mineralkörner erkennbar).

 
  Porphyr nit Quarz
    
Nr. 12:
Brauner Porphyr mit nur wenigen Einsprenglingen. Durch das Gefüge ziehen sich farbige Linien. Das dürften Risse sein. Die grünlichen enthalten Epidot. Die rötlichen Verfärbungen wird sehr wahrscheinlich auf die Abscheidung von Hämatit zurückgehen.
Solche Rotverfärbung beiderseits von Rissen kann man in feldspatreichen Gesteinen oft beobachten. In diesen Rissen zirkulierte heißes Wasser, das auf beiden Seiten der Spalten Mineralumwandlungen auslöste.
Auch die dunklen Minerale in diesem Gestein sehen ziemlich angegriffen aus. Vermutlich ist auch hier der ehemalige Biotit zum Alterationsprodukt Chlorit umgewandelt worden.
Der Pfeil im Bild zeigt auf ein gerundetes (= angeschmolzenes) Quarzkorn. Es trifft nicht zu, daß die Porphyre in Dalarna grundsätzlich quarzfrei sind. Es gibt Ausnahmen, die immer wieder vorkommen. Weiter unten sehen Sie davon noch mehr.

 
  einsprenglingsarmer Porphyr
      
Nr. 13:
Einsprenglinsarmer Porphyr. Die rötlich gefärbten Einsprenglinge (Alkalifeldspäte) sind gegenüber den grünlichen (Plagioklase) in der Mehrzahl, Im Gegensatz zu den bisher gezeigten Porphyren hat dieser hier eine sichtbar feinkörnige Grundmasse. Kein Quarz, mäßig viel dunkle Minerale.

 
  roter Porphyr, Schweden
    
Nr. 14:
Dieser kräftig rote Porphyr hat ebenso wie Nr. 13 eine feinkörnige Grundmasse.
Ins Auge fallen jedoch die gelblich-rötlichen bis fleischfarbenen Alkalifeldspäte. Vermutlich enthält auch die Grundmasse mit ihrem intensiv roten Farbton viel Alkalifeldspat. Die Plagioklase sind in der Minderzahl und zeigen wie so oft eine grüngraue Färbung, die auf Alteration (mit Epidotbildung) zurückgeht.
Kein Quarz, wenig dunkle Minerale.

 
  Porphyr
    
Nr. 15:
Dieses Exemplar ist richtig bunt. Rötlich der Alkalifeldspat, grau und grünlich die Plagioklase.
Links von der Bildmitte ist ein perfekt quadratischer Alkalifeldspat, der grün verfärbte Ecken hat. Dieses Detail findet man noch an anderen Stellen. Möglicherweise ist dort Plagioklas vorhanden, der stärker alteriert wurde, als die sonst im Gestein verteilten Plagioklase, die eher grau sind.
Auch hier ist die Grundmasse feinkörnig und Quarz fehlt.

 
  einsprenglingsreicher Porphyr, Leitgeschiebe für Dalarne
 
Nr.16:
Dieser Porphyr ähnelt stark der Nr. 5. Auch hier finden wir reichlich Einsprenglinge von Alkalifeldspat (rötlich) und Plagioklas (grüngrau). Allerdings scheinen hier die Kalifeldspäte etwas stärker vertreten zu sein. Die Farbe der Grundmasse ist ebenfalls etwas kräftiger als bei Nr. 5.
Links unten im Bild sind zwei Kalifeldspäte verwachsen, die einen gemeinsamen Kern aus grüngrauem Plagioklas haben.
Kein Quarz erkennbar, feinkörnige Grundmasse.

 
  Ignimbrit mit porphyrischem Gefüge
    
Nr. 17:
Dies ist wiederum ein Ignimbrit. Die ehemaligen Bimsfladen sind hier kaum abgeflacht.
Es gibt in Dalarna sogar Varianten, in denen fast runde Gebilde in die Grundmasse eingelagert sind (Beispiel).
Die rötlichbraunen Schlieren sind im Gegensatz zur dichten Grundmasse feinkörnig.
Die Feldspatbestimmung ist hier nicht ganz einfach. Eigentlich gibt es nur eine Sorte und die ist weiß. Einzelne Einsprenglinge zeigen zwar eine randliche, etwas rötliche Verfärbung, aber es scheint sich nicht um eine separate Feldspatgeneration zu handeln
In einem solchen Gestein mit insgesamt heller Gesamtfarbe und so wenig dunklen Mineralen sind Alkalifeldspäte als dominierende Einsprenglinge sehr viel wahrscheinlicher als Plagioklase. Das ist aber nur eine Vermutung, denn sichere Kennzeichen für Alkalifeldspat, wie zum Beispiel perthitische Entmischungen, fehlen. Vergleichen Sie dazu auch den nächsten Porphyr.
Kein Quarz.

 
 
    
Nr. 18:
Ein Porphyr, der ebenfalls arm an Feldspateinsprenglingen ist. Es gibt nur eine Sorte Feldspäte, analog zu Nr. 17. Im Gegensatz zu diesem sind aber hier in die für Alkalifeldspäte typischen, rot verfärbten Risse zu sehen. Dazu kommen in Ansätzen auch weiße perthitische Entmischungen.
Ausgesprochen interessant sieht die Grundmasse in der Vergrößerung aus. Das Gestein ist durchzogen von Mengen haarfeiner, heller Linien, die von ihrer Gestalt her stark an die flachgedrückten Fladen aus Bims erinnern, die viele Ignimbrite kennzeichnen. Allerdings sind hier die Abmessungen, insbesondere die Dicke, ungewöhnlich klein. Letztlich kann ich nicht sicher sagen, worum es sich handelt. Es könnten auch dünnste Lagen vulkanischer Asche sein, was ebenfalls für eine ignimbritische Entstehung spräche. Sicher ist die Herkunft: Dalarna.
Kein Quarz.

 
  quarzreicher Porphyr aus Dalarna
    
Nr. 19:
Dieser Porphyr ähnelt scheinbar dem nächsten (Nr. 22), zeigt aber bei genauem Vergleich einige Unterschiede. Der wichtigste ist: diese Porphyr enthält reichlich Quarz. Im Bild zeigen die weißen Pfeile auf einige der gerundeten Quarzkörner. Dieses Gestein könnte aus dem Gebiet um Särna (im Nordwesten von Dalarna) kommen und wäre dann einer der Särna-Quarzporhyre. So richtig ähnlich sieht er diesen meiner Meinung nach aber nicht. Es könnte gut sein, daß dieses Exemplar hier aus dem südlicheren Vulkanitgebiet in Dalarna kommt und trotzdem Quarz führt.
    
Neben dem Quarz fallen in Nr. 19 noch mehrere Xenolithe (Fremdgesteinsbruchstücke) auf.
In der Bildmitte unten ist einer, ebenso rechts unten. An letzterem kann man sehr schön sehen, wie sich die Kristalle der Grundmasse um das Porphyrbruchstück herumlegen. So ein Detail zeigt, daß der Xenolith bereits fest war, als er zusammen mit der kristallführenden Vulkanasche abgelagert wurde.
Die Feldspäte zeigen zwei Färbungen. Die etwas größeren mit dem rötlichen Farbton sind gewiß die Alkalifeldspäte. Die kleineren, fast weißen könnten ebenfalls Alkalifeldspäte sein. Auszuschließen ist aber nicht, daß es sich um Plagioklase handelt. Sie zeigen zwar keine Alterationsverfärbung, allerdings muß es auch nicht in jedem Porphyr zur Vergrünung der Plagioklase kommen. Ein Zerbrechen des Steins könnte Aufschluß geben. Sofern man dann polysynthetische Verzwilligungen auf den Spaltflächen der weißen Einsprenglingen fände, wären diese die Plagioklase.
Dazu ist mir aber dieses kleine Stück zu schade und so bleibt die Frage nach dem Status der weißen Einsprenglinge offen.

 
 
    
Nr. 22: (Reihenfolge geändert, um besser vergleichen zu können)
Die Porphyre 19 und 22 sind ein gutes Beispiel dafür, daß man immer genau hinschauen sollte.
Auf den ersten Blick ähneln sie sich sehr. Unter der Lupe zeigt sich aber, daß Nr. 22 keinerlei Quarz enthält. Die Alkalifeldspäte sind wiederum rötlich bis fleischfarben.
Die zweite Sorte der Feldspäte zeigt allerdings schon eine beginnende Grünverfärbung. Damit sind dies offensichtlich die Plagioklase. Xenolithe fehlen in 22 ebenfalls.
Zusätzlich sind die Farben der Grundmassen verschieden.

 
 
   
Dieses Vergleichsbild zeigt die beiden Gefüge (19 und 22) direkt nebeneinander.

 
  Porphyr, rich in SiO2
    
Nr. 20:
Von allen hier gezeigten Dalarna-Porphyren enthält dieser hier den meisten Quarz. Gleichzeitig unterscheidet er sich grundsätzlich von den Särna-Quarzporphyren. Wie man sieht, gibt es neben den vielen quarzfreien Porphyren auch einige mit Quarz - zusätzlich zu denen bei Särna.
Das Gefüge ist geprägt von rötlich-fleischfarbenen Alkalifeldspäten, die teils idiomorph, teils angeschmolzen oder zerbrochen sind. Die größeren der  Alkalifeldspäte zeigen eine Ausrichtung, die vermutlich auf Fließbewegungen im Magma zurückgeht.
Weniger auffällig sind kleine, gelblichgraue Einsprenglinge. Das dürften die Plagioklase sein.
Die Quarze sind überwiegend gerundet und korrodiert. Hier finden Sie einen Ausschnitt, der die
Quarzkorrosion in stärkere Vergrößerung zeigt.

Das Gestein enthält keinerlei dunkle Minerale.

 
 
   
Nr. 21:
Auch dieser Porphyr zeigt sein schönes Gefüge erst unter der Lupe.
Insgesamt gibt es nur wenige blaßweiße bis leicht rötliche Einsprenglinge, bei denen es sich um die Kalifeldspäte handeln dürfte. Daneben finden sich einige wenige, kleine und graue Einsprenglinge, vermutlich die Plagioklase.
Die Grundmasse ist dunkelbraun und dicht. Entlang einiger Risse ist hier die Umwandlung des umgebenden Materials durch Fluide während der Abkühlung des Gesteins sichtbar (= Alteration).
Auffallend sind Mengen winzigster, streifenförmiger Einlagerungen. Sie könnten ein Hinweis auf eine ignimbritische Entstehung sein.
Dunkle Minerale gibt es nur spärlich. Quarz ist nicht vorhanden.

 
  Ignimbrit
    
Nr. 23:
Ein ausgesprochen schöner Ignimbrit mit einem für Dalarna ungewöhnlichem Farbspiel.
Die meisten Ignimbrite in Dalarna haben eine dunkle Grundmasse, in der die charakteristischen Flammen als hellere Streifen eingelagert sind. Hier ist es umgekehrt: Die Grundmasse ist heller, die flachgedrückten Fetzen von halbverfestigtem Gestein sind dunkler.
Das Gestein enthält keinerlei sichtbaren Quarz und fast keine dunklen Minerale. Die Feldspäte zeigen zwei schön unterscheidbare Gruppen. Die blaßrötlichen werden die Alkalifeldspäte sein. Damit dürften die hellen, fast weißen Kristalle die Plagioklase sein.

 
  Blyberg
 
Nr. 24, Ansicht von vorn:
Wieder ein dunkler Porphyr. Dieses Stück ist ein Blyberg-Porphyr bzw. kommt diesem sehr nahe.
Das Geschiebe enthält viele Feldspateinsprenglinge von meist heller Farbe, teils idiomorph, teils zerbrochen. Kein Quarz, keine dunklen Minerale.
Ab und zu findet man Hinweise auf die Entstehung, denn auch dieser Porphyr ist ein Ignimbrit. Allerdings sind die charakteristischen Flammen nur spärlich im Gestein enthalten. Im Bild oben zeigt sich eine einzelne Schliere mit hellbrauner Farbe. Das Bild unterhalb zeigt das gleiche Stück von der anderen Seite. In der unteren Ansicht fehlen alle Hinweise auf eine ignimbritische Entstehung.
Damit will ich nur zeigen, daß die Schwankungen im Gefüge schon innerhalb eines kleinen Geschiebes recht groß sein können. Man sollte daher mit präzisen Herkunftsangaben vorsichtig umgehen, es sei denn, eine ganze Fülle von speziellen Merkmalen ist in einem Gestein vorhanden.
 
  Blyberg from Dalarna
     
Nr. 24, Ansicht von hinten: Beschreibung siehe oberhalb.

 
  ignimbrite from Sweden
    
Nr. 25:
Letztes Stück: Wieder ein Ignimbrit.
Die Grundmasse ist hier braun und etwas heller als bei den meisten Ignimbritgeschieben. Trotzdem ist auch dieser Vertreter typisch für Dalarna: Die Schlieren sind reichlich vorhanden und heller als die Grundmasse. Die Einsprenglinge sind teils idiomorph, teils zerbrochen. Das Gestein zeigt keine Deformationen.


Anmerkungen zu den hier abgebildeten 25 Geschieben:
 
Die Proben sind so ausgewählt, daß die Vielfalt der Porphyre in Dalarna erkennbar wird.
Die meisten dieser Porphyre zeichnen sich durch gut entwickelte Einsprenglinge aus. Damit ist ein Kriterium zur Unterscheidung gegenüber den Porphyren aus Småland genannt. Die Einsprenglinge (= Feldspatkristalle) sind in den Gesteinen aus Dalarna häufig besser entwickelt und zeigen oft, aber nicht immer, idiomorphe Umrisse. Auch zerbrochene Kristalle sind regelmäßig zu finden, jedoch kaum verformte oder ausgelängte Feldspäte: Die Porphyre aus Dalarna zeigen in der Regel keine Deformationen im Gefüge.
Die Smålandporphyre dagegen sind zu großen Teilen metamorph überprägt und haben meist (aber nicht immer!) deutlich erkennbar deformierte Gefüge, in denen die einzelnen Bestandteile gestreckt sind. Insbesondere die Streifungen sind in den metamorphen Gesteinen deutlich gestrafft und mehr gerade. Sie sind aus der Verformung des Gesteins durch Scherbewegung hervorgegangen und keine Flammen (= Schlieren). Diese Unterscheidung zwischen Dalarna und Småland ist im großen und ganzen zutreffend, es gibt aber auch etliche Ausnahmen. Nicht jeder Porphyr aus Småland ist deformiert, wie man beim Emarp-Porphyr oder bei der Gruppe der Påskallavik-Porphyre sehen kann. In diesen Gesteinen sind aber wiederum die Alkalifeldspäte meist gerundet, was in Dalarna so nicht vorkommt.

Bei der Unterscheidung von Ignimbriten und Gneisen ist genaues Hinschauen mit einer Lupe unbedingt nötig. Nicht selten werden stark deformierte Gesteine mit dünn ausgewalzten Streifen vorschnell zu Ignimbriten erklärt. Schauen Sie die Einsprenglinge und das umgebende Material genau an!
Der Unterschied zwischen einem Gefüge, das ausschließlich durch Ablagerung entstanden ist (Ignimbrit) und einem deformierten (Gneis) ist um die Einsprenglinge herum am besten zu erkennen. In einem Ignimbrit liegen die Schlieren um die Einsprenglinge herum, ohne diese zu beschädigen. In Gneisen dagegen sind die Einsprenglinge verformt. Es gibt seitlich ausgeschwänzte Feldspataugen und die Grundmasse wirkt um die Einsprenglinge herum unsauber "verschmiert".
Die Abgrenzung deformierter Gesteine von Ignimbriten kann im Einzelfall schwierig oder unmöglich sein - auch mit Lupe.

Zu den Mineralbeständen:
In vielen Beschreibungen hier mache ich Aussagen zu den Feldspäten. Alle diese Angaben sind Annahmen, die auf der makroskopischen Bestimmung fußen. Die Bestimmungen sind zwar nicht aus der Luft gegriffen, können aber im Einzelfall dennoch korrekturbedürftig sein.
Es gibt in Vulkaniten der Rhyolithgruppe (und
das sind hier alle bis auf den Diabas Nr. 8) einen sich oft wiederholenden, typischen Mineralbestand: Die größeren, also früher ausgeschiedenen Einsprenglinge sind meist die Alkalifeldspäte, welche oft kräftiger gefärbt sind als die Plagioklase.
Die Plagioklase wiederum sind überwiegend blasser und oft grau bis hellweißlich, schmutziggelb oder grünlich. Die im Kern beginnende Grünfärbung durch Alteration ist für die Plagioklase typisch und ein verläßliches Merkmal.

Nehmen Sie daher die Beschreibungen hier cum grano salis.
Meine Absicht ist es, durch das Zeigen verschiedenster Gesteine, deren Herkunft aus Dalarna sicher ist, die gemeinsamen Merkmale einer ganzen Provinz zu betonen und nicht so sehr einzelne, präzise definierte Leitgeschiebe zu präsentieren. Die Zuordnung von Porphyren zu fest umrissenen Herkunftsgebieten ist zwar manchmal wirklich genau möglich, oft ist aber besser, die Herkunft etwas unschärfer zu fassen und damit keine Präzision vorzugeben, die gar nicht erreichbar ist.
Weitere wichtige Porphyre finden Sie bei den Gesteinen aus Dalarna.
Die Auswahl dort wird in Zukunft weiter ausgebaut.