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   Åland-Rapakiwi:
 

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Dieses Gestein ist ein besonderer Granit.
Er hat ein ungewöhnliches Gefüge, das sich vor allem durch rundliche, teilweise gesäumte Alkalifeldspäte auszeichnet.
Im Geschiebe, das aus Skandinavien zu uns kam, sind nicht wenige Rapakiwis enthalten. Die allermeisten von ihnen stammen von Åland.
 
Die Transportwege sind beachtlich. Bis nach Hamburg sind es bereits 1000 km Luftlinie und Rapakiwis finden sich überall bei uns in Deutschland.
Den südlichsten Åland-Rapakiwi habe ich im Kopfsteinpflaster vor der Dresdener Frauenkirche gesehen, aber das Gestein ist auch sonst weit verbreitet.
 
Den wenigsten Menschen fallen diese Gesteine auf. Da sie bei uns im Geschiebe oft vorkommen, könnte man sie für gewöhnlich Gesteine halten. Das sind sie nicht. Rapakiwis sind Exoten und die Geologen beschäftigen sich seit über 100 Jahren mit der Frage, wie diese Gesteine mit ihrem bizarren Gefüge überhaupt entstehen konnten.
 
Es gibt verschiedene Farbvarianten. Die allermeisten sind von braunroter Farbe, wobei die Säume um die Feldspäte oft hell angewittert sind. Das folgende Bild zeigt ein Geschiebe aus der Nordheide, bei dem das schön zusehen ist. Achten Sie darauf, daß zusätzlich auch runde Feldspäte im Ganzen hell anwittern.
 
   
Aland-Rapakiwi aus dem Geschiebe
 
Alle Rapakiwis haben einige Merkmale gemeinsam.
Sie enthalten zwei Generationen von Feldspat und Quarz. Die erste Generation der Feldspäte bildet die gerundeten, größeren "Augen" (Ovoide). Die ersten Quarze sind ebenfalls größer und gerundet.
Die gesamte Grundmasse zwischen den Ovoiden stammt aus der späteren Kristallisation und besteht aus Alkalifeldspat und Quarz der zweiten Generation. (Mehr dazu: Was sind Rapakiwis?)
Die Rapakiwis aus Åland zeichnen sich durch einen typischen braunroten Farbton aus.
Ihr Gefüge sieht aus der Nähe so aus:
 
Gefüge des Rapakivis
 
Die Gesteine aus Åland zeigen diesen rotbraunen Farbton fast immer.
Auch die roten Flecken sind oft im Gestein zu finden.
Die Ringe um die gerundeten Feldpäte können braun oder graugrünlich sein.
Ein wichtiges Merkmal sind die vielen kleinen Quarze:
Sie durchdringen in großer Menge den Alkalifeldspat der Grundmasse.
Diese Durchdringungen von kleinen Quarzen und Alkalifeldspat bezeichnet man als graphische Verwachsung.
Die Quarze zeigen charakteristische Formen und sind mit der Lupe (10fach) immer zu erkennen.
Das nächste Bild zeigt diese Details.
Fast die gesamte abgebildete Fläche besteht aus graphischen Verwachsungen.
Die Pfeile weisen auf die kleinen Quarze, das umgebende Material ist der Kalifeldspat.
Wenn Sie diese Formen im Gestein finden, ist das Herkunftsgebiet zweifelsfrei Åland.
Der Maßstab oben rechts ist einen Zentimeter lang.
 
graphische Verwachsungen
 
typisch für Aland
 
Die folgenden Bilder zeigen die im Geschiebe am häufigsten zu findenden Formen des Åland-Rapakiwis. Links eine Nahaufnahme, rechts das typische Handstück.
 
Nahaufnahme des typischen rapakiwigefüges
Aland Rapakiwi aus Godby
 
Die obere Probe stammt von der Hauptinsel.
Sie hat auf der Karte die Nummer 21. Die Plagioklassäume sind braun.

Die untere Abbildung zeigt die rotgefleckte Form, die ebenfalls regelmäßig gefunden wird. Die runden Feldspäte sind von der Grundmasse weniger deutlich abgehoben. Das abgebildete Gestein stammt von der Insel Vårdö im Nordosten. (Probe Nr. 23)
 
 
 
Aland Rapakiwi von Vårdö
   
 
Gelegentlich findet man auch einen braunen Åland-Rapakiwi, der ohne jedes Rot ist.
Aber auch bei ihm sind die graphischen Verwachsungen in der Grundmasse unübersehbar.
Links ein Geschiebe aus Boltenhagen, Ostsee. Rechts die Anstehendprobe vom Bomarsund auf Åland.
Diese Probe stammt von der Lokalität Nr. 19.
Unten die Vergrößerung.
 
brauner Aland-Rapakiwi
Brauner Rapakiwi von Aland
 
Nahaufnahme des braunen Rapakiwi
 
 
Wenn die Gesteine angewittert oder trocken sind, muß man manchmal sehr genau hinschauen, um sie überhaupt zu erkennen.
Daher folgt hier eine Seite mit Åland-Rapakiwis aus dem Geschiebe.