Ytö-Granit

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Ytö-Granit ist eine graue Variante des Laitila-Rapakiwis aus Südwestfinnland. Er hat das Gefüge eines Porphyr-Aplits und besteht aus einer feinkörnigen Grundmasse aus Feldspäten und Quarz, in der einzelne, weiße Alkalifeldspäte stecken. Sie sind zum Teil mehrere Zentimeter groß und kantig. Auch Ovoide sollen vorkommen, sind mir aber bei meinen Beprobungen dort nicht aufgefallen.
Ytö-Granit sieht grundlegend anders aus als der umgebende Pyterlit des Laitila-Plutons. (Ausführliche Dokumentation hier.) Da es gleich aussehende Granite in mehreren Vorkommen gibt, ist Ytö-Granit kein Leitgeschiebe.

Ytö-Granit
Bild 1: Ytö-Granit östlich von Ytö im Laitila-Pluton
Ytö-Granit
Bild 2: Ytö-Granit östlich von Ytö im Laitila-Pluton

Viele der großen Alkalifeldspäte im Ytö-Granit sind Einzelkristalle, einige auch als Verwachsungen mehrerer Feldspäte. Das zeigt Bild 4.

Ytö-Granit
Bild 3: Geschnittene Probe vom Ytö-Granit (Sammlung von der Heide)
 
Ytö-Granit
Bild 4: Miteinander verwachsene Alkalifeldspäte im Ytö-Granit
(Isokylä, Finnland)

Der Ytö-Granit bildet im Laitila-Pluton zwei kleine benachbarte Intrusionen. Beide sind von einem Saum aus porphyrischem Ytö-Granit umgeben und beide Intrusionen gehören zu den jüngsten Graniten des Laitila-Plutons. Wegen ihrer Entstehung sind sie für die finnischen Geologen von Interesse.
Ytö-Granit ist von viel Pyterlit umgeben, der in der Karte rot gehalten ist.

Bild 5: Ytö-Granit bildet eine doppelte Intrusion im Laitila-Pluton
(Vollständige Karte des Laitila-Plutons )

(Die ausführliche Dokumentation zum Laitila-Vehmaa-Pluton finden Sie hier.)

Geschiebefunde?

In Norddeutschland werden hin und wieder Geschiebe gefunden, die wie Ytö-Granit aussehen. Diese Funde kommen aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht aus dem Laitila-Pluton, weil die zu ihnen gehörenden Pyterlite als Geschiebe fehlen. Was ist damit gemeint?
Der Ytö-Granit im Laitila-Pluton ist von sehr viel Pyterlit umgeben. Dieses Mengenverhältnis von Pyterlit zu Ytö-Granit muss sich auch im Geschiebe wiederfinden und wir müssten viel mehr Laitila-Pyterlite finden als vermeintliche Ytö-Granite. Aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Es gibt viel mehr graue/weiße Porphyr-Aplite als Pyterlite aus dem Laitila-Pluton.
Deshalb muss es mindestens ein weiteres Vorkommen geben, das vermutlich unter Wasser liegt. Dafür kommen der Åland-Pluton, Kökarsfjärden oder der Nordbaltische Pluton in Betracht.

Dazu kommt, dass es auch im Vehmaa-Pluton so einen grauen Porphyr-Aplit gibt, und zwar bei der Ortschaft Helsinki. Aber auch für ihn gilt: Geschiebefunde von dort sind unwahrscheinlich, denn es fehlen wieder um die begleitenden Pyterlite.

Die in Norddeutschland gefundenen grauen oder weißen Porphyr-Aplit-Geschiebe sehen so aus:

Ytö-Granit
Bild 6: Geschiebe eines grauen Porphyr-Aplits
Ytö-Granit
Bild 7: Geschiebe eines grauen Porphyr-Aplits

Man findet diese Gesteine nicht nur in Norddeutschland, sondern auch weit im Süden. Bei Deutzen in Sachsen gibt es einen Gedenkstein für die ehemaligen Dörfer Bergisdorf und Ponzau – im folgenden Bild ist das der linke Stein. Rechts davon liegt einer der grauen Porphyr-Aplite, deren Herkunft wir nicht kennen.

Ytö-Granit
Bild 8: Gedenksteine bei Deutzen in Sachsen (Foto der Tafel)
Ytö-Granit
Bild 9: Nahaufnahme des kleineren der beiden Steine

Der Findling mit der Tafel befindet sich bei N51.127792 E12.42308

Die Probe im Bild 3 gehört zur ehemaligen Sammlung von Helene von der Heide, die der Bilder 6 und 7 gehören zur Sammlung von Alexander Bräu. Alle anderen Bilder und Proben: kristallin.de

Literatur

Daten zum Ytö-Granit: Geological Unit Report Nr. 221002013, © GTK
https://tupa.gtk.fi/karttasovellus/finstrati/raportti/221002013.pdf

Weitere Literatur zu den finnischen Rapakiwis finden Sie hier.

Matthias Bräunlich, Juni 2024

Druckfassung (PDF)

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