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  Gesteinsbildende Minerale: Quarz und Feldspäte.
(Teil 4)

   
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Quarz (SiO2):
 
Quarz wird immer zuerst gesucht. Ist er vorhanden, bleiben nur ganz bestimmte Gesteine in der Auswahl. Gleichzeitig schließt freier Quarz einige Minerale von vornherein aus: Das sind vor allem Olivin und die Feldspatvertreter (Foide). Diese Minerale treten nie mit Quarz auf, da sie umgehend zusammen reagieren würden. (Erläuterung)

Die meisten Tiefengesteine enthalten Quarz. Sein typisches Kennzeichen ist der muschelige Bruch mit Glasglanz. Zerbrochene Quarze haben nie eine ebene Oberfläche.
Suchen Sie mit der Lupe unebene, muschelige Bruchflächen, die wie Glas aussehen - Glas ist Quarz.

 

 
  der typische muschelige Bruch von Quarz

Eine Ritzprobe hilft zusätzlich. Auch mit einer harten Stahlnadel oder einem Taschenmesser können Sie Quarz nicht ritzen, wohl aber alle anderen Minerale wie z.B. Feldspäte oder Kalzit.
Kontrollieren Sie eine Ritzprobe immer mit der Lupe. Oft entsteht ein Strich, aber es ist nur unter der Lupe zu sehen, ob Sie wirklich eine Furche gemacht haben oder ob Ihr Taschenmesser nur eine dünne Metallspur auf dem Mineral hinterlassen hat.
Sie können aber auch umgekehrt arbeiten: Prüfen Sie, ob eine vorstehende Ecke des Minerals eine Glasscherbe oder Wasserflasche ritzt. Wenn ja, ist es Quarz.
 
Quarze werden bei der Abkühlung der Gesteinsschmelzen meist zum Schluß ausgeschieden. Das führt dazu, daß die Quarze oft in den Lücken zwischen den bereits vorhandenen Mineralen („Zwickel") Platz nehmen müssen. Idiomorphe, also kantige Quarze in Gesteinen sind selten.
 
Die meisten Quarze haben helle Farben. Sehr oft sind sie weißlich oder grau, trübe oder auch glasklar. In schwedischen Graniten findet sich außerdem regelmäßig blauer Quarz.
Die Farbe ist aber nur ein Hinweis, denn es gibt sehr viele Varianten. Aufs Ganze gesehen kann Quarz zwar jede Farbe haben, aber tatsächlich ist er meistens weißlich bis grau.
 
Die Gesamtfarbe des Gesteins ist ein wichtiges Indiz.
Helle Gesteine enthalten oft freien Quarz und dieser wiederum tritt meist zusammen mit Feldspäten auf.

Feldspäte:
Feldspäte sind die wichtigsten gesteinsbildenden Minerale.
Sie allein machen über 50 % (!) der Erdkruste aus.
Magmatische Gesteine bestehen zu großen Teilen aus Feldspäten, von sehr seltenen Ausnahmen abgesehen.
Feldspäte sind im frischen Bruch leicht zu erkennen: Sie zeigen lebhaft spiegelnde Flächen. Die Silbe "Spat" deutet auf ihre gute Spaltbarkeit hin. Verwechselungsmöglichkeiten bestehen zu Glimmern, die aber sehr viel weicher sind und dem Mineral Kalzit, das an seiner Reaktion mit Salzsäure leicht unterschieden werden kann..
Wenn Sie ein Gestein bestimmen, achten Sie auf lebhaft spiegelnde Flächen. Sie sind mit bloßem Auge zu sehen und fast immer vorhanden. Spiegelnde Minerale sind Kandidaten für Feldspäte. Ausgenommen sind schwarze und silbern spiegelnde Minerale. Diese Farben kommen bei Feldspäten praktisch nicht vor.
 
Feldspäte treten in zwei Gruppen auf: Alkalifeldspäte und Plagioklase. Diese beiden Gruppen spielen eine zentrale Rolle bei der Gesteinsbestimmung.
Beide unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung, was wiederum Konsequenzen für das Aussehen der Kristalle hat.
 
Alle Feldspäte bestehen aus Aluminium, Silizium und Sauerstoff.
Dazu kommt noch jeweils ein Metall: Entweder Kalium oder Natrium oder Kalzium.
Daraus entstehen drei Feldspäte, die sich in die bereits erwähnten zwei Gruppen (Alkalifeldspat und Plagioklas) aufteilen. Das übliche Diagramm zur Darstellung dieser Minerale ist das Feldspatdreieck:
 
 
 

   Feldspatdreieck

 
Im Feldspatdreieck befindet sich an jedem Eckpunkt ein Feldspattyp.
Oben steht Kalifeldspat (meistens Orthoklas), unten links der Natriumfeldspat (Albit). Kalium und Natrium werden als Alkalimetalle bezeichnet, daher der Name "Alkalifeldspäte".
Unten rechts steht Kalzium, der damit gebildete Feldspat heißt Anorthit.
Er bildet zusammen mit Albit die Reihe der Plagioklase an der Basis des Dreiecks.
Albit gehört also zu den Alkalifeldspäten und zu den Plagioklasen.
 
Das wesentliche an dieser Darstellung ist die Mischungslücke.
Es gibt keine Feldspäte, die innerhalb der schraffierten Mischungslücke liegen.
Eine Schmelze mit einer Zusammensetzung, die innerhalb dieses Bereiches liegen würde, bildet beim Abkühlen zwei getrennte Feldspäte: einen Alkalifeldspat und einen Plagioklas.

Auch innerhalb der Alkalifeldspäte sind nicht alle Mischungsverhältnisse möglich. Das führt dazu, daß sich der Kaliumfeldspat vom Natriumfeldspat trennt (roter Bereich der Alkalifeldspäte). Dann teilen sich diese beiden Komponenten einen einzigen Kristall, mit dem Ergebnis, daß sich der eine Feldspat innerhalb des anderen abscheidet (= entmischt). Diese Entmischung kann man sehen.
Deshalb ist die Mischungslücke so wichtig: Sie erzeugt einen sichtbaren Hinweis auf die chemische Zusammensetzung des Feldspatkristalls.

Die Trennung von zwei Feldspäten innerhalb eines Kristalls bezeichnet man als
perthitische Entmischung.

 
Es entsteht ein Feldspatkristall, in dem sich der zweite Feldspat in Form von Lamellen oder Spindeln ausscheidet (entmischt).
Ein solcher Feldspat sieht so aus:
 
  Amazonit als Beispiel für perthitische Entmischung
 
Der grüne Feldspat hier ist ein Amazonit, ein durch Kupfer gefärbter Alkalifeldspat.
Das entscheidende auf dem Bild sind die weißen, länglichen Spindeln / Streifen.
Diese weißen Gebilde bestehen aus Albit, der sich innerhalb des grünen Alkalifeldspates ausgeschieden hat.
Solche weißen Entmischungsstreifen suchen Sie, wenn Sie Feldspäte betrachten.
Ein Kristall mit diesen Entmischungen ist immer ein Alkalifeldspat.

Wegen der perthitischen Entmischungen im Kristall nennt man solche Feldspäte auch "Perthit".
 
Meist sind die Entmischungen allerdings nicht so prächtig ausgebildet wie oben.
Sie müssen manchmal mit der Lupe genau hinschauen, manchmal sehen Sie die Entmischungen schon aus der Entfernung.
Das nächste Bild zeigt in einer Vergrößerung perthitischer Entmischungen, wie sie häufig zu finden sind.
 
 
  perthitische Entmischung
 
Die Albitlamellen im zweiten Bild sind zwar klein, aber deutlich. Sie laufen ungefähr von links unten nach rechts oben.
Ein solches Mineral ist immer ein Alkalifeldspat.
 
Wenn Sie also einen Perthit wie den obigen entdeckt haben, sind alle anderen gleich gefärbten Feldspäte ebenfalls Alkalifeldspat, da in einem Gestein eine Mineralsorte meistens einheitlich gefärbt ist.
Gibt es jetzt einen zweiten Feldspat im Gestein, was sehr oft der Fall ist, dann können Sie vermuten, daß der andere Feldspat ein Plagioklas ist. Wenn ein Gestein zwei Feldspäte enthält, handelt es sich meist um Alkalifeldspat und Plagioklas.
 
Spaltbarkeit bei Feldspäten:
 
Feldspäte haben ihren Namen wegen der auffällig guten Spaltbarkeit. Zerschlägt man einen Feldspat, entstehen nicht irgendwelche Formen, sondern es bilden sich zwei senkrecht aufeinander stehende ebene und spiegelnde Spaltflächen. Nur die dritte Ebene ist eine uneben rauhe Bruchfläche:
 
 
  Kalifeldspat - Mikroklin
 

 
Im Bild sind die Spaltflächen vorn links und rechts zu sehen, die Bruchfläche liegt oben.
Der abgebildete Feldspat ist nicht
so gewachsen, sondern ein Spaltprodukt.
 
Auf dem nächsten Bild (gleiches Stück) können Sie sehen, daß der Winkel zwischen den Spaltflächen 90° beträgt (Pfeile). Ich habe ihn etwas schräg fotografiert, damit die seitlichen Spaltflächen eben noch zu sehen sind. Schaut man genau in Spaltrichtung, sieht man nur ein Rechteck.
  Spaltflächen Alkalifeldspat  

Wegen dieses rechten Winkels an allen vier Ecken heißt das Mineral „Orthoklas" („rechtwinklig spaltend").
In den Plagioklasen ist dieser Spaltwinkel etwa 86°. Daher der Name „Plagioklas" („schief spaltend").
 
Farbverteilung bei Feldspäten:
 
Es gibt eine Faustregel, die sehr oft zutrifft: Von zwei Feldspäten ist der Alkalifeldspat meist kräftiger gefärbt. Meist sind es rötliche, gelbliche oder braune Farbtöne, die die Alkalifeldspäte auszeichnen. Das Spaltstück hier oberhalb hat eine typische und oft zu findende Farbe vieler Alkalifeldspäte.
Die sie begleitenden Plagioklase sind in der Regel blasser.
 
Ein Blick auf angewitterte Oberflächen zeigt einen weiteren Unterschied zwischen beiden Feldspäten: Plagioklas verwittert meist leichter. Er entwickelt eine helle, weißliche oder gelbliche Verwitterungskruste, während der Alkalifeldspat noch gut aussieht.
 
Das geht soweit, daß der Plagioklas auf stark bewitterten Flächen fehlt, während der Alkalifeldspat noch vorhanden ist. Auch so kann man die Zusammensetzung der Gesteine Schritt für Schritt einkreisen.
Das untere Bild zeigt einen angewitterten Rapakiwi aus dem Geschiebe. Die hellen Ringe und Flecke sind angewitterter Plagioklas.
Schlägt man den Stein auf, sieht man, daß das Mineral im Inneren des Steins grünlichgrau ist.
Die Weißfärbung, die sich nur an der Oberfläche findet, ist ein Hinweis auf Plagioklas.
 
  Aland-Rapakiwi angewittert  
 
Auf der nächsten Seite finden Sie die Zwillingsbildungen bei Feldspäten.
Sie sind wichtige Hilfsmittel, die Feldspäte zu unterscheiden.