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Digerberg-Konglomerat:
   
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Bildung:
Konglomerate sind Sedimentgesteine aus gerundeten und miteinander verkitteten  Gesteinsbruchstücken. Diese Bruchstücke müssen in einem Konglomerat größer als 2 mm sein.
Sind sie kleiner, handelt es sich um einen Sandstein.
  
Die Gesteinsbruchstücke („Klasten“) bilden sich durch Verwitterung. Anschließender Transport in Bergbächen, Flüssen oder durch die Brandung an Küsten rundet sie zusätzlich. Sammeln sich solche Gerölle zu ganzen Lagen, bezeichnet man sie als Kies.
Werden solche Kieslagen von Sand, Ton oder ähnlichen feinkörnigen Sedimenten zugeschüttet, bildet sich die Matrix, also das Füllmaterial zwischen den einzelnen Geröllen. Eine fortdauernde Ablagerung von Sedimenten auf der Oberseite erhöhte die Auflast in den tieferen Schichten und förderte die Verdichtung.
Damit sich eine solche Sedimentpackung in ein festes Gestein verwandelt, bedarf es jedoch zusätzlich eines "Klebstoffs". Meist handelt es sich dabei um Quarz (SiO2) oder Kalzit (CaCO3).
Diese gelangen, in zirkulierendem Wasser gelöst, ins Sediment. Die Löslichkeit von Kalzit ist jedem bekannt und seine Eignung als Bindemittel offensichtlich. Aber Quarz in Wasser gelöst? Auch wenn Quarz unter Alltagsbedingungen praktisch nicht wasserlöslich ist, ändert sich das grundlegend in alkalischen Wässern und bei hohen Temperaturen.
Kommt solch mineralbefrachtetes Wasser in eine Region mit einem anderen pH-Wert oder veränderter Temperatur, werden Kalzit oder Quarz wieder ausgeschieden und verbinden das Umgebungssediment. Zum chemischen Gefälle und Temperaturschwankungen kommen die langen Zeiträume. Auch winzigste, im Wasser gelöste Mengen addieren sich in Jahrhunderten, wenn sie ständig ausgefällt werden.
  
Herkunft:
Konglomerate sind im Geschiebe gar nicht selten, aber ihre Herkunft läßt sich keineswegs immer bestimmen.

Das Digerberg-Konglomerat jedoch, um das es hier geht, stammt aus Dalarna in Mittelschweden und ist ein vorzügliches Leitgeschiebe. Es ist unverwechselbar und besteht in seiner auffälligsten Form aus Geröllen von Dalarna-Porphyren. Damit gehört es zu den hübschesten und buntesten Gesteinen, die man finden kann. Es kann auch von dem erkannt werden, der es vorher noch nie gesehen hat.
 

 
Dieses Digerberg-Konglomerat hat einen Durchmesser von 80 cm.
Das Foto entstand in Dalarna, dicht beim Bärenpark am Berg "Grönklitten", nördlich vom Siljansee.
  
Die Nahaufnahme zeigt das charakteristische der Digerberg-Konglomerate: Gerölle von unterschiedlichen Dalarna-Porphyren, die in eine Matrix aus feinkörnigem Sediment eingebettet sind.
Im Bild unten sind zwei Gerölle rechts und links angeschnitten, unten ist der Rand eines dritten, hellbraunen zu sehen. In der Matrix stecken weitere kleine Gerölle.
 
Digerberg-Konglomerat

Solche Stücke findet man nicht nur in Schweden, wie das folgende Bild zeigt.
  
Digerberg-Konglomerat aus Dalarna, gefunden in Mecklenburg
  
Dieses ausnehmend schöne Digerberg-Konglomerat wurde von Dirk Pittermann bei Tarzow im nördlichen Mecklenburg gefunden.
Es hat eine Länge von knapp einem Meter und befindet sich jetzt im Geschiebegarten in Raben Steinfeld, am östlichen Stadtrand von Schwerin. Sie können es dort besichtigen. (Anfahrtsskizze)
  
Unterhalb noch einige Bilder, zuerst die Fundsituation.
(Alle Bilder dieses Geschiebes: Dirk Pittermann, Zittow)
   


Digerberget

Wenn ein Konglomerat aus Geröllen unterschiedlicher Gesteine besteht, bezeichnet man es als "polymikt". Sind die Klasten dagegen alle von einer Gesteinssorte, nennt man es "monomikt". Sehr viele Digerberg-Konglomerate sind polymikt, wobei die Porphyre dominieren. Das Bild hier oberhalb zeigt das hervorragend.

Wegen ihrer auffälligen Gefüge kann man Geschiebe von Digerberg-Konglomerat auch in kleinen Stücken erkennen - selbst dann, wenn nicht ein einziges Geröll vollständig erhalten ist.
Das folgende Beispiel stammt von der Ostsee. (Polierter Schnitt)
  

   
Der Stein ist kleiner als eine Handfläche. Der rechte, dunkle Teil ist ein Stück eines Gerölls,
der linke, rötlich gefärbte Teil des Steins ist das grobe Bindematerial (Matrix) zwischen den Klasten.
Die Matrix zeigt oft einen charakteristischen rötlichen Farbton. Hier ist sie besonders grob und stellt schon für sich ein Konglomerat mit Übergängen zu einer Brekzie dar.
Beachten Sie den Kontakt zwischen dem Geröll (rechts) und der Matrix. Der dunkle Rand ist auffällig rauh. Das Geröll hatte vor seiner Einbettung schon eine recht unebene Oberfläche. Möglicherweise war sie angewittert.
  


Die bis hierher gezeigten Gesteine sind nur ein Teil dessen, was es an Gesteinen aus der Digerberg-Formation gibt. So findet man auch Varianten, die Sandsteingerölle statt der Porphyre enthalten.
Dazu kommt eine breite Spanne an Korngrößen. Die Digerberg-Gesteine reichen von groben Geröllen bis hin zu feinkörnigen Sandsteinen und Tuffiten, also Sandsteinen mit Beimengungen von vulkanischem Material.

Wenn Sie an weiteren Bildern von Digerberg-Konglomeraten interessiert sind, empfehle
ich Ihnen die nächste Seite.