Dies ist die Druckansicht. Zur
Normalansicht
Diabas:
"Diabas" ist der Name für eine ganze Gruppe von Gesteinen.
Alle Diabase sind dunkle ("mafische") Gesteine mit porphyrischem Gefüge.
Sie bildeten sich aus Basaltmagmen, die langsam genug erkalteten, um Kristalle zu bilden. Sehr oft treten die Diabase in Gängen auf.
Da diese Gesteine viel Plagioklas enthalten, sind es die hellen, meist schlanken Plagioklaskristalle, die das Erscheinungsbild bestimmen.
Die Formenvielfalt ist groß. Es gibt Diabase mit wenigen und kleinen Kristallen ebenso wie solche mit vielen und großen Plagioklaskristallen.
Als Leitgeschiebe sind nur einige Diabase zu verwenden:
Kinne-Diabas und Öje-Diabas haben ein unverwechselbares Gefüge und können ihren Herkunftsgebieten sicher zugeordnet werden, ebenso einige Formen aus dem Oslogebiet.
Der skandinavische Sprachgebrauch unterscheidet sich vom Deutschen bzw. Europäischen. In Deutschland sind Diabase alte, sekundär umgewandelte Basalte. In Skandinavien werden alle Basalte, die sichtbare Kristalle zeigen, als Diabas bezeichnet.
Die skandinavischen Diabase würden bei uns als "Dolerit" bezeichnet werden.
Das erste Bild zeigt ein Geschiebe mit den typischen Plagioklasleisten und einer ziemlich körnigen Grundmasse. Der Stein stammt aus der Kiesgrube in Schwissel (Schleswig-Holstein).
Polierter Schnitt:

Geschiebe aus Kiesgruben haben oft eine rostige Oberfläche, die von eisenhaltigen Lösungen herrührt.
Das typische Diabasgefüge ist trotzdem gut zu erkennen.
Unten links: Diabas aus dem Oslogebiet ("Oslobasalt")
Unten rechts: Kleines Geschiebe, grobkörnig, Åsby-Typ.
.
Das nächste Stück ist ein Geschiebe von Åland, ebenfalls der Typ Åsby.
Die gelegentliche Sternbildung der Plagioklase ist vorn in der Mitte zu sehen.

Diabase können aber auch ganz unscheinbar sein:

Das nächste Beispiel (unterhalb) stammt wiederum von Åland. Die rostigen Flecken sind verwittertes Olivin.
(Eine Nahaufnahme mit frischem Olivin finden Sie beim Åsby-Diabas.)

Unterhalb noch ein besonders magnetitreiches Exemplar. Am rechten Ende hängt ein kleiner Magnet.
Gut zu erkennen ist auch, daß in diesem Gestein die Plagioklase kleine Tafeln bilden.
Rechts von der Mitte ist ein Plagioklas parallel zur großen Fläche gespalten, während die anderen Kristalle nur einen schmalen Bruch zeigen.

Wenn Sie die Augen offen halten, finden Sie Diabase überall, wo es Geschiebe gibt: Das folgende Exemplar steht in Niedersachsen an der Autobahn A7, Raststätte Allertal West (Fahrtrichtung Süden), dicht beim Restaurant.
.
Zuletzt zwei sehr viel weiter südlich liegende Diabase.
Die beiden Geschiebe befinden sich in Linda, Kreis Kohren-Salis (Sachsen), östlich von Altenburg.
.
.
