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Ignimbrite aus dem Oslograben:
Während des Perms wurden im Oslograben die verschiedensten Gesteine gebildet. Magmatische
Schmelzen stiegen auf und kühlten langsam ab, ohne die Erdoberfläche zu erreichen:
Sie wurden zu den Tiefengesteinen mit schön entwickeltem kristallinen Gefüge.
Andere Magmen drangen bis zur Oberfläche vor und bildeten Vulkane.
Die Gesteine in der Umgebung Oslos erzählen von diesem Vulkanismus.
Unter den hellen, feldspat- und quarzreichen Gesteinen finden wir das typische Gefüge
der Ignimbrite: Große und kleine Gesteinsbruchstücke, unsortiert in einer feinkörnigen
Grundmasse. Dazu gelegentlich die flachgedrückten Reste ehemaliger Bimsfladen sowie
Kristalle, die bereits während des Ausbruchs im Magma vorhanden waren.
Ignimbrite sind die Ablagerungen, die nach dem Ausbruch pyroklastischer Ströme in
der Umgebung eines Vulkans zurückbleiben.
Die Ignimbrite aus dem Oslograben enthalten im Vergleich zu denen aus dem schwedischen
Dalarna im Durchschnitt mehr Gesteinsbruchstücke.
Von den vielen verschiedenen Formen aus dem Oslogebiet ist bisher nur ein Ignimbrit
als Leitgeschiebe etabliert. Sie finden ihn auf dieser
Seite.
Die ersten 4 der abgebildeten Proben stammen als Nahgeschiebe vom Oslofjord.
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Dieser Ignimbrit ist geschnitten und poliert.
Er zeigt die typischen Merkmale: Viele Gesteinsbruchstücke in einer Matrix aus feinem
vulkanischen Material.
Die hellen Ränder um die Bruchstücke herum sind Reaktionsränder. Direkt nach dem
Ausbruch waren diese Auswurfmassen noch mehrere hundert Grad
heiß. Das führte zu chemischen Reaktionen zwischen den Bruchstücken und der Grundmasse,
was man an den Säumen um einzelne Bruchstücke erkennt.
Unterhalb ein Ausschnitt aus diesem Gestein:
Auch die nächste Aufnahme zeigt eine polierte Probe. Sie enthält ebenfalls reichlich
Gesteinsbruchstücke.

Einige Magmen enthielten kurz vor der Eruption bereits
fertige Kristalle.
Die beiden folgenden Beispiele zeigen Gefüge mit einer feinkörnigen Grundmasse,
deren Einsprenglinge fast nur aus bereits gebildeten (und teilweise wieder zerbrochenen)
Feldspatkristallen bestehen.
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Ausschnitt: Nur das einzelne dunkle Stück ist ein Fremdgestein.
Alle anderen Einsprenglinge sind Feldspatkristalle oder Bruchstücke davon.
Der nächste Ignimbrit ist als Leitgeschiebe
für das Oslogebiet geeignet.
Das Gestein ist auch unter der Bezeichnung "Drammenignimbrit" bekannt.
(Smed / Ehlers: Steine aus dem Norden, 2001)
Es ist nach der Stadt "Drammen" am Westrand des Oslofjords benannt.
Der Drammenignimbrit fällt durch seinen Quarzreichtum, die vielen gelbbraunen Feldspatkristalle
und dunkle Fremdgesteinsbruchstücke auf.
Seine Grundmasse ist graubraun.
Die typischen dunklen Bruchstücke eines basaltischen Fremdgesteins sind in jeder
der Abbildungen hier unterhalb zu sehen.
Zusätzlich finden sich ab und zu auch Stücke von ähnlich aussehendem Porphyr. In
der Detailvergrößerung ist ein Stück markiert.
(Geschiebe aus Jütland)


.
Unterhalb: Gleiches Gestein, andere Probe.
Die weißlichgrauen Einsprenglinge sind die typischen Quarze. Wenn sie nicht vorhanden
sind, handelt es sich auch nicht um den Drammenignimbrit.
Rechts am Rand im Ansatz ein Stück des typischen basaltischen Fremdgesteins.
Stück von einem Nahgeschiebe aus Tønsberg in Norwegen.

Auch hier ein Ausschnitt:
Zum Schluß sehen Sie ein Gestein, das ein wenig an die schwedischen Ignimbrite aus
Dalarna erinnert.
Die horizontal liegenden, kurzen und gewellten Streifen sind die Reste ehemaliger
Bimsfladen.
Im Gegensatz zu den Dalarna-Ignimbriten enthält diese Probe aber relativ wenige
Feldspateinsprenglinge.
(Die Probe stammt als loser Stein aus Oddane Strand bei Larvik. Polierter Schnitt)

Auch hier noch ein Ausschnitt: