Gesteinsbildende
Minerale: Quarz und Feldspäte.
(Teil 4)
Quarz (SiO2):
Quarz wird immer zuerst gesucht. Ist er vorhanden, bleiben nur
ganz bestimmte Gesteine in der Auswahl. Gleichzeitig schließt freier
Quarz einige Minerale von vornherein aus: Das sind vor allem Olivin
und die Feldspatvertreter (Foide). Diese Minerale treten nie mit
Quarz auf, da sie umgehend zusammen reagieren würden.
(Erläuterung)
Die meisten Tiefengesteine enthalten Quarz. Sein typisches
Kennzeichen ist der
muschelige Bruch mit Glasglanz. Zerbrochene Quarze haben nie
eine ebene Oberfläche.
Suchen Sie mit der Lupe unebene, muschelige Bruchflächen, die wie
Glas aussehen - Glas ist Quarz.


Im Feldspatdreieck befindet sich an jedem Eckpunkt
ein Feldspattyp.
Oben steht Kalifeldspat (meistens Orthoklas), unten links der Natriumfeldspat
(Albit). Kalium und Natrium werden als Alkalimetalle bezeichnet,
daher der Name "Alkalifeldspäte".
Unten rechts steht Kalzium, der damit gebildete Feldspat heißt
Anorthit.
Er bildet zusammen mit Albit die Reihe der Plagioklase an der
Basis des Dreiecks.
Albit gehört also zu den Alkalifeldspäten und zu den
Plagioklasen.
Das wesentliche an dieser Darstellung ist die Mischungslücke.
Es gibt keine Feldspäte, die innerhalb der schraffierten Mischungslücke
liegen.
Eine Schmelze mit einer Zusammensetzung, die innerhalb dieses Bereiches liegen würde, bildet beim Abkühlen
zwei getrennte Feldspäte: einen Alkalifeldspat und einen
Plagioklas.
Auch innerhalb der Alkalifeldspäte sind nicht alle Mischungsverhältnisse
möglich. Das führt dazu, daß sich der Kaliumfeldspat vom
Natriumfeldspat trennt (roter Bereich der Alkalifeldspäte). Dann teilen
sich diese beiden Komponenten einen einzigen Kristall, mit dem Ergebnis,
daß sich der eine Feldspat innerhalb des anderen abscheidet (=
entmischt).
Diese Entmischung kann
man sehen.
Deshalb ist die Mischungslücke so wichtig: Sie erzeugt einen
sichtbaren Hinweis auf die chemische Zusammensetzung des
Feldspatkristalls.
Die Trennung von zwei Feldspäten innerhalb eines
Kristalls bezeichnet man als
perthitische Entmischung.
Es entsteht ein Feldspatkristall, in dem sich der zweite Feldspat in
Form von Lamellen oder Spindeln ausscheidet (entmischt).
Ein solcher Feldspat sieht so aus:

Der grüne Feldspat hier ist ein Amazonit, ein
durch Kupfer gefärbter Alkalifeldspat.
Das entscheidende auf dem Bild sind die weißen, länglichen Spindeln
/ Streifen.
Diese weißen Gebilde bestehen aus Albit, der sich
innerhalb des grünen Alkalifeldspates ausgeschieden hat.
Solche weißen
Entmischungsstreifen suchen Sie, wenn Sie Feldspäte betrachten.
Ein Kristall mit diesen Entmischungen ist immer ein Alkalifeldspat.
Wegen der perthitischen Entmischungen im Kristall nennt man solche
Feldspäte auch "Perthit".
Meist sind die Entmischungen allerdings nicht so prächtig
ausgebildet wie oben.
Sie müssen manchmal mit der Lupe genau hinschauen, manchmal sehen
Sie die Entmischungen schon aus der Entfernung. Sas nächste Bild zeigt in einer Vergrößerung perthitischer
Entmischungen, wie sie häufig zu finden sind.

Die Albitlamellen im zweiten Bild sind zwar
klein, aber deutlich. Sie laufen ungefähr von links unten nach
rechts oben.
Ein solches Mineral ist
immer ein Alkalifeldspat.
Wenn Sie also einen Perthit wie den obigen entdeckt haben, sind alle
anderen gleich gefärbten Feldspäte ebenfalls Alkalifeldspat, da in
einem Gestein eine Mineralsorte meistens einheitlich gefärbt ist.
Gibt es jetzt einen zweiten Feldspat im Gestein, was sehr oft der
Fall ist, dann können Sie vermuten, daß der andere Feldspat ein
Plagioklas ist. Wenn ein Gestein zwei Feldspäte enthält, handelt es
sich meist um Alkalifeldspat und Plagioklas.
Spaltbarkeit bei Feldspäten:
Feldspäte haben ihren Namen wegen der auffällig guten Spaltbarkeit.
Zerschlägt man einen Feldspat, entstehen nicht irgendwelche Formen,
sondern es bilden sich zwei senkrecht aufeinander stehende ebene und
spiegelnde Spaltflächen.
Nur die dritte Ebene ist eine uneben rauhe Bruchfläche:


