Gesteinsbestimmung:
Minerale erkennen.
(Teil 3)
Alle magmatischen Gesteine werden nach ihren
Mineralen geordnet.
Wenn Sie Quarz und Feldspäte
erkennen, ist die
Systematik der Gesteine für Sie durchschaubar und
verständlich.
(Wenn nicht, werden Sie immer nur raten.)
Die nachfolgenden Beschreibungen, die das Erkennen dieser beiden
Mineral(gruppen) erläutern, betreffen deshalb das Fundament der
Geologie.Um Quarz und Feldspat zu
erkennen, brauchen Sie Ihre Lupe. Nehmen Sie sie so oft wie möglich zur Hand.
Es kommt auf genaues Hinsehen an und es bedarf einiger Übung, um die
wichtigen Merkmale zu erkennen.
Halten Sie dazu die Lupe dicht ans Auge und führen Sie danach den Stein an
die Lupe.
Bewegen Sie den Stein und
schauen Sie sich verschiedene Minerale nacheinander an.
Sie suchen nach:
Die Aufzählung spiegelt die Reihenfolge der
Bestimmung wieder.
Für den Anfang beschränken wir uns auf die Bestimmung von Quarz und der
beiden Feldspäte. Für die Klassifizierung sind sie am wichtigsten.
Minerale und Kristalle:
Hier ist ständig von Mineralen die Rede, ebenso
von Kristallen. Beinahe ALLE Minerale, die Sie in Gesteinen finden, sind
kristallin. Das bedeutet,
daß sie ein Kristallgitter haben, also ihre chemischen Bestandteile
regelmäßig angeordnet sind. Meist sieht man dieses Kristallgitter nicht
- jedenfalls nicht mit dem Auge oder der Lupe. Unter dem Mikroskop lassen
sich diese Strukturen sichtbar machen.
Unter günstigen Umständen, nämlich dann, wenn die Minerale beim Wachsen
viel PLATZ haben, spiegelt sich das Kristallgitter auch in der äußeren
Form wieder. Dann wachsen die Kristalle, die auf Messen gehandelt
werden.
Der Unterschied zu den gesteinsbildenden Mineralen, mit denen wir uns
hier beschäftigen, ist minimal. In Gesteinen sind Hohlräume Mangelware,
deswegen sehen die Minerale in den Gesteinen selten so hübsch aus. Der
innere Aufbau ist immer gleich - egal ob der Quarz als blaugraues
Bröckchen in einer Ecke zwischen anderen Mineralen Platz finden mußte
(erstes Bild) oder ob er einen schönen Hohlraum zum Wachsen hatte (Bild
darunter). Beides ist Quarz.


Quarz, in einem Hohlraum frei gewachsen:
Solche Formen wie hier oben können sich immer
dann bilden, wenn
beim Wachsen des Minerals genügend Platz vorhanden ist. Entweder
gibt es einen Hohlraum oder die Kristalle bilden sich als erste in
der noch sehr heißen Gesteinsschmelze (Magma). Dann sind sie noch
von Flüssigkeit umgeben und können ebenfalls ihre Eigengestalt
entwickeln. Sie werden dann "idiomorph" (eigengestaltig).
In Gesteinen erkennt man solche idiomorphen
Minerale an den geraden
Kanten, die sie begrenzen. Unterhalb sehen Sie Beispiele.
Auch wenn die Kanten nicht immer perfekt sind oder nur einige Kanten
an einem Mineralkorn gerade sind: dieses Detail müssen Sie beachten.
Es gibt Auskunft über die Art der Minerale und auch die Reihenfolge,
in der sie sich bildeten.

Dieser Kristall (oben) ist idiomorph und beim Aufschlagen des
Steins
fast unbeschädigt freigelegt worden.
Wenn die Kristalle einfach quer durchbrechen, was meistens
passiert, sehen sie so aus wie unten:
(Die Pfeile zeigen auf gerade Außenkanten)



Diese drei Bilder zeigen die drei
wichtigen Minerale: Alkalifeldspat (oben), Quarz (Mitte) und
Plagioklas (unten).
Wie Sie diese drei Minerale sicher bestimmen können, sehen Sie auf
der nächsten Seite:
Bestimmung
von Quarz und Feldspäten