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Das Gefüge magmatischer Gesteine:
Magmatische Gesteine entstehen bei der Abkühlung von Gesteinsschmelzen. Das Gefüge ist massig, richtungslos und körnig.
Die Probe sieht aus allen Richtungen gleich aus, egal, wie ich sie halte.
Das Gestein baut sich aus meist unterschiedlich gefärbten Mineralkörnern auf. Die Umrisse der Minerale sind unregelmäßig eckig, teilweise haben sie gerade Kanten, manchmal sind einige, aber nicht alle, rund. Das Gestein enthält nur selten Hohlräume und niemals Fossilien. Die Korngröße reicht von extrem klein (auch mit der Lupe nicht erkennbar) bis viele Zentimeter groß. Entscheidend für die Größe der Minerale ist die Abkühlungszeit der Schmelze. Viel Zeit = große Kristalle, wenig Zeit = kleine Kristalle.
Aus der Korngröße leitet sich die Gliederung der magmatischen Gesteine in drei Untergruppen ab:
- Tiefengesteine (Plutonite) hatten Zeit zum Abkühlen. Sie zeigen deshalb große, gut entwickelte Mineralkörner (Kristalle). Mindestens einige der Körner haben gerade Kanten.
- Vulkanische Gesteine (Vulkanite) treten an der Erdoberfläche aus und haben keine Zeit für ein Kristallwachstum. Ihr Gefüge ist dicht, d.h. es sind
in der Regel keine Minerale erkennbar.
- Ganggesteine stehen zwischen den beiden ersten Gruppen. Sie haben einige gut entwickelte Kristalle, die in einer feinkörnigen Grundmasse sitzen. Die Kristallisation hatte begonnen, wurde aber abgebrochen. Solche Gesteine heißen Porphyre.
Dazu Beispiele:
A.) Gefüge eines Tiefengesteins (Plutonit): Körnig und richtungslos, das Gestein sieht aus allen Richtungen gleich aus. Welche
Minerale hier vorhanden sind, ist bei der Gefügebeurteilung noch
nicht wichtig.
Allerdings sollte die Gesamtfarbe eines Gesteins immer beachtet werden.
Gesteine, die so dunkel sind wie dieses hier, sind meist mafische
Gesteine. (Gabbro/Diorit und verwandte Gesteine)
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Auch das nächste Gestein ist körnig und
richtungslos, allerdings mit anderen Mineralen, die eine helle
Gesamtfarbe machen. So helle Gesteine wie dieses hier lassen fast
immer Quarz und Feldspäte erwarten.
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Zählen Sie in solchen Gesteinen die Minerale.
Dieses hier ist typisch (4 Minerale).
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Tiefengesteine zeigen zwei Merkmale. Zum einen
das gut entwickelte Gefüge mit sichtbaren Kristallen, das auf eine
langsame Abkühlung schließen läßt.
Zum zweiten haben beide Proben ein richtungsloses Gefüge.
Egal ist, wie ich den Stein anschaue: er hat keine bevorzugte
Richtung, keine Streifen oder Schichten.
B.) Gefüge eines Vulkanits (schnell erkaltete Lava):
Vulkanite haben meist ein richtungsloses, aber sehr feinkörniges
Gefüge.
Damit ist das entscheidende Problem genannt: Sie erkennen nicht,
welche Minerale vorhanden sind, da diese viel zu klein sind.
Vulkanite sind von Hand kaum bestimmbar - ansatzweise ist die
Gesamtfarbe ein Indiz. Helle oder graue Vulkanite haben meist einen
hohen Anteil an Quarz / Feldspäten (solche Gesteine sind z. B. Latit, Trachyt, Andesit). Sehr
dunkle Vulkanite gehören meist zur Gruppe der Basalte.
Einzelne Gesteine sind manchmal trotzdem bestimmbar, wenn sich
Einsprenglinge finden, die etwas über das Gestein verraten. In
Basalten sind gelegentlich grünlichgelbe Klümpchen enthalten:
Olivin. Auf dem Foto unterhalb ist er am unteren Bildrand zu sehen.
Mehr zum Olivin in einem späteren Abschnitt über gesteinsbildende
Minerale. Fotos finden Sie jetzt schon beim
Schonenbasalt.
Beachten Sie das Gefüge auf dem Bild: feinkörnig, dazu scherbiger Bruch
(=sehr festes Gestein). Die dunkle Farbe weist auf ein mafisches Gestein.
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Wenn Einsprenglinge vorhanden sind: Form
und Farbe beachten:
Schlanke, helle Einsprenglinge in sehr dunklen
Gesteinen sind fast immer Plagioklase. Farbige Einsprenglinge in
hellen oder grauen oder bunten Vulkaniten sind oft Alkalifeldspäte.
C.) Das Gefüge der Ganggesteine (auch
"Subvulkanite" genannt):
Ihr charakteristisches Gefüge enthält Merkmale beider obiger
Gruppen: Die gut entwickelten Kristalle der Magmatite und die
dichte/feinkörnige Grundmasse der Vulkanite.
Solche Gesteine bezeichnet man als "Porphyre".
"Porphyr" bedeutet, daß sich gut entwickelte, größere Kristalle
("Einsprenglinge") in einer feinkörnigen/dichten Grundmasse
befinden.
Solche porphyrischen Gefüge entstehen unter anderem, wenn die
Kristallisation plötzlich abgebrochen wird. Ursache kann der
Aufstieg eines kristallhaltigen Magmas sein, das an der
Erdoberfläche oder in kalter Umgebung beschleunigt abkühlt. Als
Ergebnis bildet sich ein feinkörniges Gestein, das die bereits
gebildeten Kristalle in einer feinkörnigen Grundmasse zeigt.
Beachten Sie im nachfolgenden Beispiel, daß einige der Einsprenglinge,
es sind Feldspäte, eckige Umrisse haben. Die Kristalle sind idiomorph (=
eigengestaltig). Ein Detail, daß Ihnen nicht entgehen darf.
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Im Geschiebe sind solche Porphyre häufig. Es
gibt ziemlich viele verschiedene Varianten. Etliche sind als
Leitgeschiebe charakteristisch für ein bestimmtes Herkunftsgebiet.
Das Gefüge der Sedimentite (Ablagerungsgesteine):
Sedimentite entstehen durch
Ablagerung der Reste von zersetzten Gesteinen.
Diese Ablagerung geschieht meist über sehr lange Zeiträume, dabei
werden die einzelnen Bestandteile in Schichten abgelagert.
Ein jedem bekanntes Beispiel ist Sandstein.
Sand (= Quarzkörner) ist das, was von völlig verwitterten Gesteinen
in unseren Breitengraden übrigbleibt. Er wird vom Wasser oder Wind
transportiert und abgelagert und unter günstigen Umständen
verfestigt.
Beim Ablagern bildet sich die charakteristische Schichtung. Sie
entsteht zum Beispiel durch verschieden große Körner. Eine Lage
feinen Sandes wird von einer Lage grober Körner bedeckt, dann folgt
wieder feiner Sand. Es bilden sich Schichten.
Wechselt die Färbung der einzelnen Sandkörner, bilden sich farblich
abgesetzte Schichten. Sedimentgesteine sehen deswegen oft gestreift
aus.
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Das abgebildete Gestein ist ein Sandstein aus dem nordischen
Geschiebe.
Seine Schichtung ist hier durch den Farb- und Korngrößenwechsel
besonders gut zu erkennen.
Schichtungen können in einfarbigen und feinkörnigen Gesteinen schwer
zu sehen sein.
Sie sollten das Gefüge deshalb immer mit der Lupe kontrollieren.
Sedimentgesteine bestehen aus Massen kleiner, gerundeter
Bruchstücke, die dicht gepackt liegen und durch ein Bindemittel
zusammengehalten werden.
Kalkgesteine können feinkörnigen Sandsteinen ähneln. Es ist immer
sinnvoll, mit einem Tropfen Salzsäure zu testen, wenn man mit der
Lupe nicht sicher ist. Der Gebrauch von Salzsäure ist nicht
amateurhaft - im Gegenteil. Es gibt immer wieder schwierige Fälle
oder so empfindliche Proben, daß man mit dem Hammer nicht hantieren
kann. Dann ist Salzsäure hilfreich - auch um bei kleinen
hellen Einsprenglingen die Quarze von den Kalziten zu unterscheiden.
Das Schäumen von Kalk unter Salzsäure ist auch bei winzigsten
Einsprenglingen gut zu sehen.
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Nahaufnahme
eines Sandsteins. Sie sehen die dicht gepackten Körner.
Bei einem Sandstein sind es immer kleine Quarze.
Viele Sedimentite sind nicht sehr hart. Man
kann sie mit einem Stahlnagel leicht ritzen.
Besteht ein Sedimentgestein aus groben, gerundeten Stücken,
wird es als Konglomerat bezeichnet (linkes Bild). Sind die
Bestandteile eher eckig, nennt man es Brekzie (rechtes Bild).
Konglomerate sind weitaus häufiger zu finden als schöne Brekzien.
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