Stolperfalle bei der Feldspatbestimmung

 

Hier unterhalb sehen Sie ein Beispiel für einen „Karlsbader Zwilling“, der keiner ist.
 

Bei der Feldspatbestimmung spielen die Verzwilligungen der Feldspäte eine Schlüsselrolle.
In seltenen Fällen kann es vorkommen, daß in einem Plagioklaskristall die polysynthetischen Verzwilligungen eine Zweiteilung "vortäuschen", die bei flüchtigem Hinsehen einem Karlsbader Zwilling ähnelt. Aus diesem Grund sollte man die Feldspäte immer nur mit der Lupe bestimmen.
 

Sie können den abgebildeten, halbseitig spiegelnden Plagioklas nur dann mit einem Karlsbader Zwilling (also einem Alkalifeldspat) verwechseln, wenn Sie ziemlich oberflächlich hinschauen.

 

  So wie hier rechts sieht es aus,
wenn Sie nur ungefähr hinschauen.
Der Einsprengling spiegelt halbseitig.
 
Schauen Sie aber mit der Lupe hin, dann sehen Sie das folgende:



In der spiegelnden Hälfte sind die typischen polysynthetischen Verzwilligungen der Plagioklase zu sehen. Das Mineral ist Plagioklas - nicht Kalifeldspat.
 

Um das abgebildete Exemplar zu finden, mußte ich lange suchen. Solche halbseitig spiegelnden Plagioklase sind ziemlich selten.

Beachten Sie den Maßstab. Das Bild ist vergrößert.